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Vorstellung

Ausstellung vom 28.9 - 3.11.2012

Jenseits von Afrika. Die leuchtende, kostbare Farbigkeit der "Afrikanischen Könige", die sich in der Eröffnungsausstellung der Galerie Ei vor gut zwei Jahren offenbarte,  wird man in dieser Ausstellung mit Werken Rainer Herolds vergeblich suchen. Zu Beginn der 90er Jahre hat er das Schwarz für sich entdeckt. Als wir einige Bilder aus dieser Zeit anlässlich seiner großen Personalausstellung im Kulturhistorischen Museum Stralsund erneut sahen, war er wieder da - der alte Zauber dieser schwarzen Bilder. 

Die unendlichen Nuancen und delikaten Schattierungen des Schwarz zuweilen mit Verläufen zum Braun offenbaren sich beim Wechsel des Lichtes oder ganz einfach des eigenen Blickwinkels. Die Bildoberflächen auf der Leinwand, der Hartfaser und dem Karton sind stumpf, ohne jeden Glanz, der von der Farbsubstanz und ihrer Wirkung ablenken könnte. So lehren sie - und Herold -  uns das Sehen. Denn An-Schauen, Sehen, An-Sehen, Schauen, das ist nicht so leicht.

Verknappung, Konzentration, Vertiefung - daraus ergibt  sich die malerische Qualität der Bilder Rainer Herolds. Man sieht die eine Farbe Schwarz und kann die anderen Farben ohne Anstrengung mitdenken. Schauen Sie nur auf das "Gartenfest" - ein Bild, das wir auch für unser Plakat auswählten: Sanfte Weichheit, sinnliche Eleganz, grobes Zupacken, aufschäumende harte Kraft. Herolds Kunst erzählt weniger, als dass sie handelt. Das Prozessuale wird greifbar, spürbar. 

Panta rhei. Alles ist im Fluss, Leben ist Veränderung. Und mit ihm die Kunst. Poetisch und subtil sind die Reize, die von Herolds energiegeladenen und lebendigen Bildern ausgehen. Dynamisch ist die Linie, der Strich, der Ton auf den Malgrund gesetzt.  Die Spur des Arbeitens bleibt sichtbar und zeigt den Gedanken, zeigt die  Emotion, die Absicht. Gezügelte Wildheit und explosive Gestik.

Der Maler, der seit über 40 Schaffensjahren ein staunenswertes Werk geschaffen hat, ist sich immer treu geblieben, indem er die stetige Veränderung, den Bruch, eigensinnig zuließ. Jetzt ist er über 70. Er hat nicht nur einen Baum gepflanzt, nicht nur ein Kind gezeugt, nicht nur ein Haus gebaut. Jetzt hat er auch noch das  Dach auf sein 225jähriges Haus gesetzt, und er fliegt seit ein paar Jahren mit dem Motorgleitschirm vogelfrei durch die Lüfte - er könnte getrost kürzer treten. Doch das passt nicht zu Herold. Immer auf zu neuen Ufern. Wir dürfen gespannt sein. 

Vorstellung

Ausstellung vom 17.2 - 17.4.2010

Dem strengen Schwarz-Weiß der Fotografien Wolfgang Gregors steht die leuchtende Gegenwelt Rainer Herolds gegenüber. Herold gehört zu der Malergeneration, die seit den 70er Jahren mit Nachdruck auf sich aufmerksam machte. An der berühmten Leipziger Hochschule hat er beim ebenso berühmten Bernhard Heisig seine Ausbildung erhalten, um dann sehr schnell seinen eigenen Weg zu finden. Dieser Maler, der im kommenden Sommer zu seinem 70. Geburtstag durch das kunsthistorische Museum in Stralsund mit einer großen Werkschau geehrt wird, hat es sich nie bequem gemacht. Dabei hätte er es können. Ein umfassendes Oeuvre, einen bekannten Namen, eine solide Gemeinde, die die Kunst von Rainer Herold seit Jahren sammelt, Museen, die seine Werke im Bestand haben. - Aber das reicht ihm nicht. Herold der eigenwillige Einzelgänger, der in Berlin, doch die meiste Zeit des Jahres in dem kleinen Dörfchen Pütte nahe der Ostsee arbeitet, erfindet sich immer wieder neu. 

Lärmende Aufmerksamkeit, die die Moden des Tages beanspruchen, sind dabei nicht sein Ding. Und darum entbehren seine Bilder auch jeder Geschwätzigkeit. Er meidet die ausgetretenen Pfade der Beliebigkeit und lässt uns teilhaben an dem, was ihn berührt, ihn treibt, was er sah, was er fühlt. Nach dem Erlebnis mehrerer Reisen durch den afrikanischen Kontinent entstanden seine Afrikanischen Könige, denen Sie immer wieder in den zwei Ausstellungsräumen begegnen.

Erhaben und kostbar fast wie Ikonen - das assoziiert natürlich auch das  Gold - bevölkern sie Herolds Papier und Leinwand, sind der derzeitige Endpunkt in Herolds Schaffen. Davor gab es eine Phase flammend roter Bilder, häufig mit Marionetten, Theaterszenen versehen, dann wieder seine turbulenten Malereien, für die er einzig die Farbe Schwarz in ihrem ganzen Reichtum, ihren ganzen Schattierungen und Tönungen benutzte. Die subjektive Geste seiner Bilder bleibt jedoch immer erkennbar. Ebenso wie in seinen plastischen Arbeiten. Ja, auch da hat man ihn, den kraftvollen Berserker, der mit der Kettensäge auf das Holz losgeht, aber der dennoch sensibel die Form findet, mit der er seine Botschaft sendet.

Aber sehen Sie selbst, vertrauen Sie Ihrem Auge und Ihrem Gefühl, begeben Sie sich mit uns in das Abenteuer Kunst. Wir wünschen Ihnen einen anregenden Abend.

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