Künstler > Joachim Bayer > Vorstellung > Vorstellung
Vorstellung

Ausstellung vom 02.09.2015 - 31.10.2015

Als vor gut vier Jahren der Berliner Achim Bayer in der Galerie Ei ausstellte, war das Publikum fasziniert von der analytischen Präzision seiner gläsern-kühlen Wasser- und Wolkenbilder. Es war das unaufdringliche Pathos dieser naturgenauen Bilder, das sie so anziehend machte.

Die vergleichsweise kleinen Landschaften, die Porträts, aber auch die großen Malereien, die Bayer jetzt hier zeigt, offenbaren eine neue künstlerische Freiheit. Kalkulierte malerische Exzesse - wie z.B. seine förmlich zu vibrieren scheinende Leinwand „Rausch“- sind von einer überraschenden Plötzlichkeit, Farben wie Hiebe aufgetragen mit dem Malwerkzeug.

Die schwarz-weißen Porträts und Landschaften sind in ihrer Innigkeit, ihrer sanften Bewegung und Rhythmik Ergebnis langen Schauens und Beobachtens. Die endgültige Form findet Bayer offenbar mitten im Entstehungsprozess. Das Vertraute ist fremd genug geworden. Landschaft ist Porträt, Porträt ist Landschaft. Handlungen kommen kaum vor, nur die Stille ist hörbar. Kompromisslos und konzentriert vermitteln seine Bilder Kraft, ohne jemals herrisch zu sein. Ebenso wie sie zart sein können, ohne im Ungefähren stecken zu bleiben.

Bayer ist klar, dennoch behält er sein Geheimnis.

Manche Blätter scheinen wie eilig geschriebene Mitteilungen, kalligraphisch kurz gehaltene Linien, die zuweilen mit schwarzer Kreide Konturen und Schraffuren an sich binden. Die von ihm Porträtierten sind weniger interessant als konkrete Personen, vielmehr als Träger menschlicher Befindlichkeiten. Schmerz, Traurigkeit, Einsamkeit. Das strenge Schwarz ist weder kokett noch spielerisch.

Aufrichtig, einfach aufrichtig.

Vorstellung
Ausstellung vom 10.05.2011 - 09.07.2011

Nach unserem Atelierbesuch bei Joachim Bayer war ziemlich schnell klar: Diese Wasserlandschaften sollen es sein, die in ihrer ästhetischen Klarheit, ihrer intellektuellen Unruhe und unfarbigen Farbigkeit eine Realität jenseits des Naturgenauen schaffen. Das so faszinierende scheinbar Naturgetreue seiner Bilder löst sich auf im malerisch Vollkommenen der klaren und hochästhetischen Bildsprache.

"Die Natur selber macht sich nicht schön morgens vor dem Spiegel, wie die Menschen. Sie ist schön durch unsere Augen, durch unsere Gefühle und Sehnsüchte…", so notierte der Maler selbst über seine Arbeiten.

Mit außerordentlichem Farbensinn balanciert Bayer zwischen Romantik und Sachlichkeit. Gedämpft und sanft sprechen seine Leinwände zum Betrachter. Durch den Klang der unendlich reichen Grautöne auf seinen Bildern wird das stumme Drama niemals zum lauten Spektakel. Unverhofft leuchten dann wieder satt-lichtes Blau, flirrendes Rosa, flüchtig-warmes Gelb auf seinen menschenleeren Landschaften. In seinen spannungsreichen Kompositionen sind die monumentalen großen Gesten genauso wichtig wie die leisen Stimmungen.

Die suggestive Kraft und emotionale Wirkung von Joachim Bayers Bildern macht, dass sie sich im Gedächtnis des Betrachters verhaken. So oder so - man muss sich einlassen. Und bei diesem Sich-Einlassen wird man unversehens in ein Formenspiel der Phantasie hineingezogen, das selten geworden ist bei all der Bilderflut, die uns tagtäglich überrollt.

Zurück