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Vorstellung
Das geduckte Dach glüht rot neben der lichtgelben Giebelwand vor dem violett-blauen Himmel. Feine Schattierungen dämpfen den kräftigen Farbklang und beleben den Farbraum. Ganz anders dagegen liegt die Insel Hiddensee im "Insellicht". Weich schwimmend, die Konturen gerade noch lesbar. Gebrochenes  Grün wechselt über ins Gelbgrün, verliert sich in einen wattigen stumpfen Himmel. Scheinbar sehr einfach ist die Formensprache des Malers Kedron Barrett. Aber komplex der Farbklang, den jede Arbeit entfaltet. Aus magisch leuchtenden Farben baut der in Berlin lebende gebürtige Amerikaner  Kedron Barrett seine Bilder, erzeugt durch die ruhige Aufteilung seiner Bildflächen eine universelle Harmonie.

Aber Farbe ist für Barrett nicht bloß ein Bildmittel und Licht kein Beleuchtungsmittel, um Gegenstände zu modellieren. So entstehen Bilder, die ihren Ursprung in einem realen Augenblick haben, die aber durch den Malprozess die ihnen anhaftende Realität verlieren und eine neue schaffen. Ganz im Sinne Paul Klees: "Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar." Das braucht Zeit beim Prozess des Malens, Auftragen, Abtragen, erneuten Auftrags der Farben. Wie in ein menschliches Gesicht sind zuweilen Spuren gelebten Lebens in seine Bilder geschrieben.

Anders seine Monotypien. Diese ein wenig "altmodische" Technik spielt bewusst mit Zufall und Kalkül. Was wird der ursprüngliche Bildträger auf dem Papier preisgeben? Aber gerade durch diese Zufälligkeit kommen Leichtigkeit und Spannung in die Bilder.

Dass die Werke Kedron Barretts einen so überreichen Assoziationsraum für den Betrachter eröffnen, liegt nicht nur an den sorgfältig austarierten Farbklängen, die als Ergebnis sowohl malerischer, als auch auch geistiger Unruhe entstehen. Spontan, reflektiert und kontrolliert in einem. Jutta Lindenthal schreibt in dem Bildband über Barrett und seine Kunst: "Der besondere Reiz des Werkes von Kedron Barrett liegt nicht im ungebrochenen 'expressiven' Ausdruck, sondern in der Vermittlung zwischen dem Melancholischen, Dunklen, Einsamen und dem Hellen, Heiteren, Heimeligen."

Das künstlerische Gen hat übrigens der Vater, Thomas Barrett, weitergereicht. Er war einst Schüler von Max Beckmann. Und Kedron Barretts Sohn ist derzeit Student an der Kunsthochschule in Weißensee. Auf jeden Fall ist dieser amerikanische Berliner eine wunderbare Entdeckung für die Galerie Ei. Denn wer sich seinen Bildern voller Kraft und Wärme anvertraut, darf sicher sein, dass er neue eigene, innere Bilder hinzugewinnt.