Vorstellung
Neonlinien durchschneiden den Raum, reflektieren in Rot-Orange oder tauchen den Ort in ein kühles Weiss-Blau. Eine Wandfläche gibt Raum für ein Leuchtobjekt, augenscheinlich aus der Welt der Werbung, mit strahlend bunten Bildern. Erst beim zweiten Blick wird die Form als MRT erkennbar, amorph verfremdet und von einer schwarz-roten Fläche begrenzt.

An anderer Stelle Zeichnungen, als Stelen an die Wand gelehnt. Daneben ein Konstrukt aus Linien und Flächen, dreidimensional zusammengefügt. Auf einem schmalen Wandstreifen sind längsgestreckte Blätter gleichen Formats zu sehen: spontan entstanden, durch die farbige Zufälligkeit geprägt, mit hauchdünnen, brüchigen Bleistiftlinien durchzogen. Andere Arbeiten zeigen Versatzstücke von architektonischen Plänen, leicht verdreht oder geschichtet. Oft durch Farbfelder verdeckt, erzeugen sie ein Davor und Dahinter und geben den Blick frei auf eine Art Zwischenraum. Die Arbeiten von Lutz Dransfeld sind von diesem Zwischenraum geprägt. Seine Stärke ist das Spiel zwischen Zwei- und Dreidimensionalität. In vielen seiner Arbeiten verbindet er unterschiedliche Perspektiven, schichtet diese und gibt den Blick auf komplizierte Gerüste und Linien frei.

Dr. Gabriele Müller-Zimmermann beschreibt es so: „ Lutz Dransfeld wandert in seinen Kunstwerken auf dem schmalen Grat, der Gegensätze trennt und sie gleichzeitig verbindet, er lotet die Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen Realitätsdar- und vorstellungen aus, die durch die oft nur hauchdünnen Assoziations- und Gedankenketten fassbar werden. Er legt dabei verborgene, überraschende Strukturen offen, weist auf unerwartete Parallelen und mögliche Kontrastpunkte hin. Er fragt damit nach unserer Wahrnehmung der Wirklichkeit, konfrontiert sie mit der anderer, zeigt Grenzen und Verbindungen auf.“ 

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