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Vorstellung

Das Gefällige, das Glatte und Polierte überlasse ich den anderen. Mit diesem Satz wird der Erfurter Bildhauer Lutz Hellmuth in einem Katalogtext zitiert. Was überheblich klingen mag, ist dennoch nichts anderes als ein Leitmotiv, das jeder ernsthafte Künstler an den Anfang seines Tuns stellen sollte.

Neue Räume eröffnen, Spannungen schaffen, Zweifeln und Widersprüchen Form geben, Schönheit wollen - das geht eben nicht gefällig. Seit der Künstler vor gut 45 Jahren die Dresdener Hochschule mit einem Diplom bei Walter Arnold verließ, bewegt er sich mit seinem Schaffen im kraftvollen Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne.

Bildhauer, Bildbauer. Die Kubisten haben im vorigen Jahrhundert die Körper aufgelöst in geometrische Formen. Auch Lutz Hellmuths Figuren wirken wie zerlegt in Fragmente, die nach einem geheimen Plan sich erneut zusammenfügen. Bereits Ende der 70er Jahre entstand in seinem Atelier eine solche Figur, die zusammengesetzte Säule und zugleich menschlicher Körper ist. Architektur und Bildhauerkunst in klassischem Zusammenspiel. Robust und fragil in einem. Statuarisch und bewegt. Schroff und weich. Menschliches Maß, dem die Form folgt.

Dieses Teilen und Zusammensetzen erzeugt eine Spannung, der sich der Betrachter aussetzen muss, um zu begreifen, was Widerspruch, was Bewegung, was Zusammenklang für ein Kunstwerk ausmachen. Seine Säulenfiguren, den griechischen Karyatiden entlehnt (manche tragen sogar diesen Titel), sind so ohne jedes Pathos, dabei doch voller Sinnlichkeit. Man möchte sie unbedingt berühren, weil sie so berühren.

Wie Sinnzeichen stehen sie im Raum, geben ihm ihr Gepräge. Die Werke von Lutz Hellmuth widerlegen auf unaufgeregte Weise alle Zweifler, die das Ende der klassischen Bildhauerkunst herbeireden wollen.

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