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Vorstellung

Sinnlicher Polylog

Christo Daskaltsis, mehrfach, unter anderem mit dem German Design Award, prämierter Künstler aus Berlin, präsentiert seine Werke in der Galerie Ei in Berlin Mitte. Der vielfältige Kreative agiert erfolgreich im angewandten Design wie in der Kunst, gewinnt seine Inspirationen aus den Brücken ebenso wie aus den Grenzen zwischen Design und Kunst.  

Alle sieben Jahre häutet sich der Mensch. Dann ist er – metaphorisch gesehen – nackt. Die Leere dient als Ausgangspunkt neuer Bewegung, neuer Häute, die wiederum den Menschen erneuern - sein Sein und sein Bild in der Welt. Die Kunst von Christo Daskaltsis ist nackt in diesem Sinne. Sie fängt den Zustand der Leere ein. 

Die Bilderwelt, die uns heute selbstverständlich umgibt, ist allgegenwärtig, verlangt stets Aufmerksamkeit, dirigiert uns durch den Alltag, regelt unsere Beziehungen, manipuliert uns, deutet und verfolgt uns bis in die Träume. Ein Entrinnen gibt es nicht. Der Flut der äußeren Attraktion entgegnen wir mehr und mehr mit narzisstischer Extrapolation. Der Wettbewerb ist zur Alltagsdroge geworden. Was in ihrem Ursprung der Orientierung in der Welt diente – unsere Wahrnehmung – degradiert zu einer gigantischen Kakophonie der Eitelkeiten. 

Wie Ying dem Yang folgt das Gegenteil auf dem Fuße. Die Stille hat sich etabliert als Nähe zur Natur, als Flucht vor den Medien, als Auszeit im Sabbatical, sie findet statt in Yoga, Meditation, Achtsamkeit und Zen. In der Kunst tut sich die Stille jedoch schwer. Hier findet ihre Natur nicht Gehör. Umso mutiger ist der Versuch, die Stille in die Kunstwelt zu holen. 

„Ich möchte, dass der Betrachter sieht, dass er nichts sieht“, sagt Christo Daskaltsis. „Nichts“ meint dabei die Abwesenheit jeder Manipulation. Seine Kunst spricht weder in Analogien noch in Rätseln. Es gibt keinen verborgenen Sinn zu entdecken. 

Christo Daskaltsis will die überlastete Wahrnehmung entleeren, um sie neu aufzuladen. Er evoziert eine ursprüngliche, archaische Beziehung des Betrachters zum Kunstwerk. Hier entlädt sich die ganz individuelle Selbstreflexion mit allen Sinnen. 

Christo Daskaltsis wagt diesen Weg mit dem Selbstbewusstsein der griechischen Tragödie. Reinigend und Erkenntnis bringend hat die Katharsis eine zutiefst menschliche Bedeutung. Sie führt uns zurück auf unsere wahren Gefühle und leitet so in den Reichtum unserer Persönlichkeit.